24 Stunden Prenzlauer Berg

Prenzlauer Berg

Wie ist der Prenzlauer Berg wirklich?

Der Prenzlauer Berg ist einer der umstrittensten Bezirke Berlins: Während einige ihn als Hauptgrund für das Gentrifizierungsproblem aufführen, fühlen sich etliche Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zwischen den S-Bahn-Stationen Prenzlauer und Schönhauser Allee zuhause.Wir haben 24 Stunden im Prenzlauer Berg verbracht, um uns den ehemaligen Arbeiterstadtteil einmal näher anzuschauen.

Der Morgen

Der Morgen beginnt früh und es dürstet uns nach Kaffee. Hier im Prenzlauer Berg ist es nicht schwer wirklich guten Kaffee zu finden. An beinah jeder Ecke gibt es ausgezeichnete Cafés mit Kaffee aus eigener Röstung, Fairtrade und abgerundet mit Köstlichkeiten aller Art.
Wir sitzen an der Schönhauser Allee im Café Nothaft + Seidel, nicht weit entfernt von der Danziger Straße. Hier gibt es frisch gepresste Säfte, selbstgemachte Smoothies, Spinatkuchen und Bonanza Kaffee. So früh am Morgen kann man die Menschen in aller Ruhe dabei beobachten, wie sie den Transportmitteln hinterherrennen oder ungeduldig an den roten Ampeln auf die Uhr schauen. Erstaunlich viele Fahrradfahrer sind hier unterwegs und schrecken nicht vor der verwirrenden und angespannten Kreuzung Schönhauser Allee/Danziger Straße/Pappellallee zurück.

NOTHAFT-
So früh am Morgen kann es schon mal philosophisch werden und wir grübeln über die Klischees, die einem begegnen, wenn man über den Prenzlauer Berg spricht: hohe Mieten, Gentrifizierung, Bio-Liebhaber, Latte-Macchiato-Mütter und ihre Kinder mit den ungewöhnlichen Namen. Was ist dran am Prenzlberg-Stereotyp? Der Latte Macchiato schmeckt jedenfalls und macht wach, sodass wir auf unserer 24-Stunden-Tour weiterziehen können.

Der Mittag

Der Prenzlauer Berg ist, wie die anderen hippen Stadtteile, ebenfalls breit gefächert in seiner Start-up-Vielfalt. Viele kreative Unternehmen haben hier ihren Sitz und ihre zahlreichen internationalen Mitarbeiter produzieren täglich auf Hochtouren neue Ideen. Nicht weit von Nothaft + Seidel, ein Stück die Pappelallee entlang, findet sich der Coworking Space Office Club. Hier finden sich Heimarbeitende, Autoren oder andere ohne festes Bürogebäude in einer Art Café mit Office-Atmosphäre zusammen, um konzentriert und dennoch entspannt zu arbeiten. Neben einer Kaffeebar gibt es Meetingräume, Schreibtische und die Gelegenheit mit Mitarbeitern anderer Unternehmen zu networken. Klar, dass bei so viel Arbeit zur Mittagszeit die Köpfe rauchen und die Mägen knurren. Die umliegenden Restaurants tummeln sich mit arbeitender Bevölkerung auf Nahrungssuche. Im Mikoto Sushi, das fast nebenan liegt, gibt es zur Mittagszeit leckeres Sushi zum halben Preis. Beim Schlemmen können wir die unterschiedlichen Einwohner des Prenzlbergs weiter beobachten. Dabei fällt auf: Die Mischung ist bunt, interkulturell und recht jung.

Der Nachmittag

Nach unserem ausgiebigen Mittag sehen wir die arbeitende Bevölkerung wieder zurück zu ihren Büros schlurfen – leer wird es im Prenzlauer Berg deswegen trotzdem nicht. Nicht viel weiter finden sich auf dem Helmholtzplatz am Nachmittag Eltern mit ihren Kindern zum Spielen und Austauschen zusammen. Auch wenn es zum Klischee geworden ist, sieht man hier tatsächlich viele junge, hip gekleidete Eltern, die sich zusammentun, interessante Magazine lesen oder auf ihrem Smartphones Emails beantworten, während ihre Kinder im Sandkasten spielen oder auf Bäume klettern.
Auch wenn sich einige Klischees bestätigen, ist es schön mit anzusehen, wie es mitten in Berlin so freie Räume gibt, in denen sich Familien wohlfühlen und einen Mittelweg zwischen Großstadt- und Familienleben finden.

© Marlén Jacobshagen

Der Abend

Während die Sonne lange Schatten über die Altbaureihen der Stargaderstraße zieht und sich langsam aber sicher in die Nacht verabschiedet, öffnen die ersten Bars die Tore. Wir stärken uns mit einem obligatorischen Falafel im Brot bei 1001 Falafel. Mit dieser Grundlage im Magen können wir dem Nachtleben im Prenzlauer Berg würdig begegnen. Die hippen Hauptstadtmuttis und -vatis räumen, je später der Abend wird, das Feld und überlassen Studenten, Künstlern, Arbeitern und Touristen aus aller Welt die Bühne. In der Bad Fish Bar direkt gegenüber dem Falafelladen wird mit dem Stereotyp des adretten Prenzlbergs aufgeräumt. In punkiger Atmosphäre werden hier zur “angry hour” zwei Bier zum Preis von einem verkauft, daneben kann man auf dem hauseigenen, alten Nintendo Mario World spielen.
Mit etwas mehr Mut in den Adern begeben wir uns zum August Fengler, wo im kleinen Nebenzimmer ein sehr bunter Haufen unterschiedlicher Menschen im Hinterzimmer zu dem ein oder anderen Klassiker das Tanzbein schwingt. Es ist beinahe unmöglich, nicht in Gespräche oder Diskussionen mit fremden Menschen verwickelt zu werden. Da uns die Beine ermüden, suchen wir uns eine neue Aufgabe für den Abend.

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In der Kohlenquelle in der Kopenhagener Straße gibt es neben guter Musik und köstlichen Getränken auch Tischtennisplatten und Kicker im Keller. Dank fehlender Fenster vergisst man schnell, wie viele Stunden beim Rundlauftunier bereits vergangen sind.
Als wir die Tür aufschlagen, blinzelt uns bereits die Sonne wieder entgegen – und wir blinzeln zurück. Wir holen uns ein letztes Getränk beim Späti und setzen uns auf die Brücke an der Sonnenburger Straße, um den Tag willkommen zu heißen. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die vorbeifahrende S-Bahn und die dunklen Altbaufronten des Prenzlauer Bergs. Aus diesem Winkel lässt sich erkennen, dass der heutige In-Bezirk mal ein Arbeiterviertel war. Ein Fahrrad rauscht vorbei und reißt uns aus den Träumen. Ein letzter Blick auf die Uhr – ist eigentlich schon wieder Zeit für Kaffee?


Hier waren unsere Stops

    1. Nothaft + Seidel

 

    1. Office Club

 

    1. Mikoto Sushi

 

    1. Helmholtzplatz

 

    1. 1001 Falafel

 

    1. Badfish Bar

 

    1. August Fengler

 

    1. Kohlenquelle

 

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