24 Stunden West-Berlin

West-Berlin

Wie tickt der Westen?

Schöneberg, Charlottenburg, Wilmersdorf, Moabit: Die Stadtteile West-Berlins sind so zahlreich wie vielfältig. Doch wie tickt der Westen wirklich? Was gibt es zu erleben? Wir haben 24 Stunden in West-Berlin verbracht, um das herauszufinden.

Der Morgen

Was wäre der Morgen ohne ein stärkendes Frühstück? Auf unserer 24-Stunden-Tour brauchen wir Brötchen und Kaffee zur Stärkung. An der S-Bahn-Station Tiergarten steigen wir aus und finden im gleichnamigen Park das Restaurant Giraffe. Im unprätentiösen Ambiente gibt es hier gutbürgerliche Küche und ein leckeres Frühstück. Die Bedienung berlinert und generell erfüllt alles das West-Berliner Klischee: geerdet, nicht zu hip und authentisch. Da wir wissen wollen, ob sich dieses Klischee erfüllt, trinken wir den letzten Schluck Kaffee und machen uns auf den Weg, West-Berlin zu erkunden.

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Der Morgen ist sonnig und wir entscheiden uns daher für einen Spaziergang in dem erstaunlich grünen Tiergarten, vorbei am Faulen See zur Straße des 17. Juni. Auch wenn es mittlerweile nur eine mehrspurige Straße ist und wir seit Ewigkeiten in Berlin ansässig sind, überkommt uns doch ein überragendes Gefühl: Die Straße des 17. Juni steht für Berliner Geschichte wie keine Zweite. 2014 fand zum 25. Jahrestags des Mauerfalls hier ein Public Walk unter dem Titel Walking East – Walking West statt, bei dem 400 Teilnehmer aus Ost- bzw- West-Berlin aufeinander zu und aneinander vorbei liefen, um die Vereinigung zu symbolisieren. Für einen Moment halten wir inne, schauen auf die leuchtende Goldelse und versuchen, uns vorzustellen, wie noch ein junges Menschenleben zuvor am Horizont die Mauer die Berliner trennte.

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Der Mittag

Das Grün und die frische Luft im Tiergarten haben uns motiviert und wir laufen etwas weiter, nicht weit vom S-Bahnhof Bellevue, über die Lessingbrücke ins Westfälische Viertel in Moabit. Entlang des Bundesratufers ist es hier malerisch und ruhig und wir würden am liebsten für ewig verweilen, würde unser Magen sich nicht zu Wort melden. Die nahe gelegene Buchkantine ist, wie der Name schon sagt, eine Mischung aus Buchhandlung und Restaurant. Neben dem kuscheligen Innenbereich gibt es eine schöne Terrasse, auf der man die Sonne genießen und neben den Happen auf der Speisekarte auch in dem ein oder anderen Buch schmökern kann.
West-Berlin ist, so stellen wir fest, vor allem eins: grün, ruhig und etwas gesetzter. Doch wir wollen mehr Eindrücke aufsaugen und begeben uns zurück zum S-Bahnhof Bellevue.

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Der Nachmittag

Über die Station Friedrichstraße gelangen wir zum S-Bahnhof Yorckstraße. Entlang der Goebenstraße/Pallasstraße laufen wir zum geschichtsträchtigen Café M. In den 80ern war das Café äußerst beliebt bei den aufstrebenden Künstlern die sich in der Stadt befanden, von David Bowie über Nick Cave bis hin zu Blixa Bargeld verkehrten hier alle. Vom alten, rüden West-Berliner Charme, von dem man oft liest, ist hier nicht mehr viel übrig geblieben. Das Café M hat eine schicke Einrichtung, das Publikum ist im Schnitt etwas älter und die Bedienung ist sehr freundlich. Nach unserem Kaffee schlendern wir zum malerischen Viktoria-Luise-Platz und dem beeindruckenden Springbrunnen, der sich für uns ganz schön ins Zeug legt. Was uns hier in Schöneberg, aber auch bereits in Moabit auffällt, ist wie sehr die architektonische Landschaft im Westen von unseren Kiezen im Prenzlauer Berg und in Friedrichshain abweicht: Dominierend sind hier die Altbauten und die modernen, blockigen Neubauten, die sich jedoch von den Beton-Sozialbauten des Ostens unterscheiden, an den Straßen stehen Gaslaternen.
Wir bewegen uns über die Motzstraße in das sogenannte Gay Village Berlins, das auch einen wichtigen Teil West-Berlins ausmacht.

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Der Abend

Unsere langen Spaziergänge haben uns wieder hungrig gemacht und wir besuchen den Zsa Zsa Burger in der Motzstraße, wo es eine umfangreiche Auswahl an Burgern aus erlesenen und qualitativ hochwertigen Zutaten gibt, die uns wieder zu Kräften bringen. Die Nacht bricht an und auf den Straßen sind vor allem schwule Pärchen über 30 Jahre zu sehen, die hier so offen sie selbst sind und sein können, wie wohl in keinem anderen Bezirk. Auf den Stromkästen kleben Plakate freizügiger Gay Parties und Regenbogenflaggen an jeder Ecke zeigen vor allem eins: In Schöneberg ist man tolerant. Hier darf jeder so leben, wie er mag. Diese Devise, nach der der West-Berliner zu leben scheint, bleibt uns an dem Tag besonders im Gedächtnis hängen.

Wir brechen auf, um das Nachtleben auf Herz und Nieren zu prüfen. Um die Ecke gelegen finden wir die Cocktailbar Green Door, wo wir uns über die namensgebende grüne Tür Einlass verschaffen. Die Cocktails hier sind kleine Kunstwerke, die ihren Preis haben, diesen jedoch definitiv wert sind. Das Publikum ist so, wie man es sich in einer Schöneberger Bar vorstellt und wünscht: über dreißig, bunt gemischt, teilweise zigarrerauchend und feierwütig.

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Auch im nahe gelegenen Slumberland sind die Gäste aufregend durchmixt, vom Urberliner, Transvestiten, afrikanischen Zugezogenen bis hin zum Touristen ist hier alles vertreten und trinkt und feiert friedlich zusammen. Die Getränkekarte hat so einige Überraschungen zu bieten, so kann man hier köstliches, afrikanisches Fruchtbier oder eigens kreierte Cocktails trinken.

Die Stunden verschwimmen und im Morgengrauen knurrt uns der Magen wieder. Während die Sonne langsam aus ihrem Schlaf erwacht, machen wir uns über den Breitscheidplatz auf dem Weg in die Kantstraße in Charlottenburg, wo das Schwarze Café uns mit köstlichem Frühstück versorgt. Die Bedienung ist etwas schroff, aber nach 24 Stunden sind wir an den West-Berliner-Ton gewöhnt und wissen ihn zu schätzen. Im abgedunkelten Café vergessen wir die Zeit beinahe und so werden aus 24 Stunden 25 Stunden in West-Berlin, die wir zu gern jeder Zeit wiederholen würden.

Hier sind die genannten Hotspots

 

  • Restaurant Giraffe

 

 

 

  • Siegessäule

 

 

 

  • Buchkantine

 

 

 

  • Cafe M

 

 

 

  • Zsa Zsa Burger

 

 

 

  • Green Door

 

 

 

  • Slumberland

 

 

 

  • Schwarzes Café

 

 

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