Berlin kocht Spaghetti alla bottarga

Kreuzberg

Das gibt es heute

Heute sind wir zu Gast bei Alexandra Porcu, die ihre italienische Herkunft in ein köstliches Essen einfließen lässt: Spaghetti alla bottarga. In ihrer Kreuzberger Küche haben wir ihr beim Kochen über die Schultern geguckt und ein paar Fragen stellen dürfen.
>>Das Rezept findet ihr wie immer am Ende des Artikels.

Spaghetti alla bottarga

Das große Tor des typischen Berliner Altbaus an der Gneisenaustraße klemmt ein wenig und geht nur widerwillig auf, als wir es mit Nachdruck öffnen. Berlin kocht heute im Herzen Kreuzbergs bei Alexandra Porcu. Die Gastgeberin empfängt uns bereits im Hausflur und führt uns durch zwei Zwischentüren, bevor wir ihre Wohnung betreten. Die Dielen knirschen, die Kammertür zum Badezimmer fällt sehr viel niedriger aus, als die restlichen Türen in der Wohnung und ihre Küche strahlt in verschiedenen Pinktönen.

Schöne Cafés in Kreuzberg.

Alexandra wurde 1978 in Münster geboren, wuchs aber seit ihrem zweiten Lebensjahr in Berlin auf. An der Universität Potsdam studierte sie Romanistik und Anglistik. Durch ihre italienischen beziehungsweise sardischen Wurzeln engagiert sie sich im sardischen Kulturzentrum bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich und führt daneben gleich drei Blogs – Last of Mutti, Kellner Geheimnisse und Arrexinis e Arrexonus. Besonders am Herzen liegt ihr der Blog Arrexinis e Arrexonus: Dort spricht und diskutiert sie über die Standardisierung der sardischen Sprache beziehungsweise die Zusammenlegung der sardischen Dialekte. Sardisch ist nämlich kein Dialekt der italienischen Sprache, wie wir erfahren, sondern eine romanische Minderheitensprache.
Im Alltag geht sie allerdings ihrer zweiten Leidenschaft nach: der Gastronomie. Momentan arbeitet sie als Chef de Rang in einem – wie soll es anders sein – sardischen Restaurant. Dort ist sie mit Herzblut dabei, obwohl sie gar nicht so gerne kocht, wie sie uns verrät. Für uns hat sich Alexandra aber überwunden und zaubert ein einfaches, jedoch leckeres sardisches Pastagericht: Spaghetti alla bottarga – mit Meeräschenrogen.

Alex-homestory-fa-1

Unser Interview mit Alexandra

Hey Alexandra, was machst du gerade?

Ich koche euch Spaghetti alla bottarga. Bottarga sind übrigens weibliche Fischeier – eine sardische Spezialität! Sie werden vor dem Verzehr gepresst und getrocknet. Gerade setze ich das Wasser für die Spaghetti auf. Dabei das Salz nicht vergessen und die Nudeln al dente kochen! Es gibt keine Zeitangabe dafür. Ich empfehle, ab und an zu kosten, statt auf die Uhr zu starren. Die Petersilie, den Knoblauch, die Bottarga – die wichtigste Zutat bei dem Gericht – habe ich bereits klein geschnippelt und werde sie gleich mit etwas Öl in der Pfanne anbraten. Im Anschluss kommt die Pasta dazu und wird kurz durch die Sauce geschwenkt. Mehr ist es eigentlich nicht.

Warum ist das Gericht für dich etwas Besonderes und gibt es vielleicht eine Geschichte dazu?

Es schmeckt mir, das ist der wichtigste Faktor. Außerdem ist es einfach zuzubereiten und die Bottarga halten sehr lange. Wenn man alleine lebt und so viel unterwegs ist wie ich, ist das Rezept einfach super praktisch. Lecker, schnell und dennoch gesund.
Meine Freundin hat mich auf den Geschmack gebracht. Sie ist auch die „Bottarga-Dealerin“ in meinem Umfeld (lacht). Es ist nämlich nicht so einfach, an die Fischeier zu kommen. Meine Freundin führt sie aus Sardinien ein und glücklicherweise denkt sie dabei auch immer an mich. Im Internet kann man sie aber auch bestellen. Als Gericht wird es von Trattoria Terrasarda im Penzlauer Berg angeboten.

Kann man eigentlich gut in Kreuzberg Essen gehen? Gibt es vielleicht sogar typische Kreuzberger Küche?

Ich finde die Kreuzberger Küche ist sehr gemischt. Was allerdings auffällt: Es gibt hier viel asiatisches und indisches Essen. Burgerläden gibt es auch sehr viele. Eigentlich hat Kreuzberg alles. Es gibt keine Nationalität oder Geschmacksrichtung, die ausgelassen wird. Vom Imbiss bis zur hochwertigen Küche ist alles zu haben.

Hast du einen Lieblingsladen in Kreuzberg?

Ich bin ja mehr die „Döner-Tante“ und wenn du im Restaurant arbeitest, dann bist du ohnehin die ganze Zeit von gutem Essen umgeben. Aber der letzte Laden, der einen starken Eindruck bei mir hinterließ, ist Kinnaree am Südstern – ein Thailänder zum Niederknien. Ich bestellte dort immer Garnelenspieße mit panierten Süßkartoffeln. Das Gemüse wurde zum Schwan modelliert und überhaupt sind sie immer für eine Überraschung gut. Die Kellnerin lief bei meinem letzten Besuch sogar mit einer brennenden Folie an mir vorbei. Was es war weiß ich nicht, aber das nächste Mal werde ich mir dieses Gericht bestellen. Als Kellnerin hatte ich großen Respekt vor der Aktion. Die auserlesenen Weine des Restaurants sind auch toll.

Alex-homestory-fa-2

Hört sich nach einem Geheimtipp an! Was magst du am liebsten an deinem Kiez?

Dass es noch ein „echter“ Kiez ist. Nach Feierabend kann man einfach in eine Kneipe um die Ecke einkehren und sich sicher sein, dass man jemanden aus seinem Kiez trifft. Ohne sich groß zu verabreden, findet man immer Leute, um ein bisschen zu quatschen. Und, wenn es wirklich mal vorkommen sollte, dass keiner der bekannten Gesichter da ist, unterhält man sich einfach mit dem Barkeeper. Der ist nämlich immer da. Außerdem liebe ich den Neuen Markt am Südstern. Die Lage Kreuzbergs ist auch toll. Ich bin ganz schnell überall. Meine Mutter beispielsweise lebt direkt am Südkreuz, was ganz leicht von hier mit der S-Bahn zu erreichen ist.

Markt_kreuzberg

Markt-Kreuzberg2

Und Berlin liebst Du, weil…

…es mein zuhause ist. Basta.

Hast du als alteingesessene Kreuzbergerin Insider-Tipps für Neu-Kreuzberger?

Ich bin eher eine faule Socke. Wenn ich mal frei habe, unternehme ich tatsächlich nichts und schreibe lieber an meinen Blogs oder mache mit meiner Freundin einen Kiezspaziergang.
Im Sommer kann man richtig lecker Milchshakes in der Bergmannstraße schlürfen. Interessant ist die Veränderung, die man über die Jahre in seinem Kiez bemerkt. Ich würde empfehlen, mit offenen Augen durch die Straßen zu gehen. Abends alleine ins Sputnik Kino gehen ist ebenfalls ein Muss.

Lieben Dank, Alexandra! Wir sind schon fast am Ende. Verrätst du uns noch, wie dein persönliches 2017 aussieht? Kommt noch ein Blog?

Nein, ich werde versuchen die Sachen, die ich bereits angegangen habe, auszubauen und mehr Hintergrundinformationen zu geben: alles rund um Sardinien natürlich und zwar mitten in Berlin.

Spaghetti-Berlin-2

Das Rezept

Rezept für ca. 2 Personen
Zubereitungszeit: ca. 20 min

  • 80 g Bottarga
  • 400 g Spaghetti
  • 2 Knoblauchzehen
  • Öl
  • Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

  1. Pasta al dente kochen.
  2. Bottarga, Knoblauchzehen und Petersilie klein schneiden und in Öl anbraten.
  3. Die Spaghetti in der Pfanne schwenken und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

GUTEN APPETIT!

whatsapp-broadcast-banner

Das könnte dich auch interessieren:


Erhalte spannende Kieztipps und Infos zu Berliner Highlights

Endlich Star in einem Youtube-Video! Mach' mit beim WhatsApp Gewinnspiel und drehe ein Koch-Video mit Melissa Lee von Breeding Unicorns!


Eisparadies Berlin: Diese Sorten solltest du probieren!

Zum sonnigen Wetter gehört auch ein leckeres Eis. Damit dir nicht langweilig wird, sind hier die 7 ausgefallenen Eissorten in Berlin für den Sommer.


Interaktive Karte: Viele Highlights für dich in Berlin

Die interaktive Karte beinhaltet 84 Berlintipps aus verschiedenen Kategorien wie Flohmärkte, beste Burger oder vegane Hotspots, die sich wirklich lohnen!

Fahrplan und Routenplaner

Finde mit dem Routenplaner deinen schnellsten Weg zu unseren Ausflugszielen

Share This