Berlin kocht Couscous, Hummus und Schokokuchen

Alt-Treptow

Das gibt es heute

Wir sind heute zu Gast bei Carmen Iniesta und Mayte Marin in Alt-Treptow. Sie haben ein opulentes Menü vorbereitet. Es gibt selbstgemachten Humus mit Avocado, Couscous Salat mit Thunfisch, Ziegenkäse und frittierten Mandeln. Als Nachtisch: einen leckeren Schokoladenkuchen. Guten Appetit!
>> Das Rezept findet ihr am Ende des Artikels.

Couscous, Hummus und Schokoladenkuchen

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Der Stadtteil Alt-Treptow wird umrahmt vom Landwehrkanal im Nordwesten, der Heidelberger Straße im Südwesten, der Spree im Nordosten und der S-Bahn-Station Plänterwald im Südosten. Wir biegen in die baumgesäumte Puschkinallee in Alt-Treptow ein. Die meterhohen Bäume ragen weit in den Himmel und werden von der bereits tief stehenden Sonne in goldenes Licht getaucht. Unsere Anfahrt zum nächsten Kochabenteuer ist fast schon majestätisch.
Berlin kocht heute bei Carmen Iniesta und Mayte Marin in Alt-Treptow. Carmens roter Lippenstift strahlt um die Wette mit ihrem bezaubernden Lächeln, als sie uns begrüßt. Die 31-jährige gebürtige Spanierin kam erst letzten Sommer nach Berlin. Mayte wohnt bereits seit 4 Jahren in der Hauptstadt, aber stammt ursprünglich, genau wie Carmen, aus Murcia. Persönlich kennengelernt haben sie sich dennoch erst in Berlin – zufällig auf einer Party. Seit dem sind die zwei unzertrennlich, denn sie haben nicht nur den gleichen Humor, sondern teilen auch ihre Leidenschaft fürs Essen. Eigentlich hat Carmen Informatik studiert und Mayte Kommunikationswissenschaften, aber ihre Herzen schlagen für die interkulturellen Gaumenfreuden. Sie betrachten das Essen als eine kulturelle Handlung, die der persönlichen Horizonterweiterung dient. Aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft entstand jüngst der Blog Comer en Berlin, was so viel heißt wie „Essen in Berlin“. Aktuell gibt es ihn nur auf Spanisch zu lesen, aber die Mädels haben die Übersetzung schon in Angriff genommen, um bald auch auf Deutsch online zu gehen. In ihrem Blog geben sie Restauranttipps, schreiben Rezensionen, machen auf Food-Events aufmerksam und behandeln eigentlich jedes Thema rund ums Essen in Berlin.
Für uns haben sie heute ein opulentes Menü vorbereitet. Es gibt selbstgemachten Humus mit Avocado, Couscous Salat mit Thunfisch, Ziegenkäse und frittierten Mandeln. Als Nachtisch: Einen leckeren Schokoladenkuchen.

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Unser Interview mit Carmen und Mayte

Hey Mädels, was macht ihr gerade?

Carmen: Ich bereite die Masse für den Schokoladenkuchen vor. Das Beste zuerst! (lacht). Das besondere an dem Kuchen ist der Spanischer Likör aus Murcia, den habe ich einfach ins Rezept gemischt, weil es so noch viel besser schmeckt. Gerade reibe ich etwas Orangenschale und in der Pfanne da drüben schmilzt die Schokolade für den Kuchen.

Mayte: Ich mache den Humus. Das ist ganz simpel. Kichererbsen, etwas Zitrone, Sesampaste, eine Prise Salz, ein bisschen Knoblauch – einfach in den Mixer und kräftig durchrühren. Ach ja, und natürlich ist auch Carmens geheimes asiatisches Gewürz dabei. Am Ende wird dann die Masse mit der Avocado vermischt und das war´s auch schon.

Freundinnen_kochen

Warum ist das Gericht für euch etwas Besonderes und gibt es vielleicht eine Geschichte dazu?

Carmen: Besonders ist vor allem der Schokoladenkuchen für mich. Mal abgesehen davon, dass es mein Lieblingskuchen ist, mag ich vor allem den speziellen Likör Cuarenta y tres, den ich für das Rezept benutze. Er ist aus meiner Heimatstadt Murcia – es weckt immer schöne Erinnerungen, wenn ich ihn benutze.

Mayte: Das Rezept für den Couscous Salat haben wir zusammen entwickelt. Es war eins der ersten Gerichte, die wir für unseren Blog gekocht haben. Es erinnert uns an zuhause, wegen der scharfen Paprika und des Fisches. Wir benutzen ganz ähnliche Zutaten, für Tapas zum Beispiel.

Kann man gut in Alt-Treptow Essen gehen? Gibt es vielleicht sogar typische Treptower Küche?

Mayte: Klar. Das Black Sheep in der Bouchéstr, zum Beispiel. Es hat ganz neu eröffnet und ist ein vegan/vegetarisches Restaurant, das Delikatessen vom Feinsten serviert. Sie bieten auch Kombucha-Getränke an, ist super gesund und lecker. Wir sind oft dort und arbeiten an unserem Blog.

Carmen: Ja, das selbstgemachte Bananenbrot ist auch fantastisch da. Ich mag die Hafenräucherei im Treptower Park sehr gerne. Nach meiner Joggingrunde gönne ich mir dort oft ein geräuchertes Fischsandwich. Der kleine Laden bereitet verschiedene Fischdelikatessen aus heimischen Gewässern zu. Leider sind sie im Winter nicht anzutreffen.

Avocadocreme

Habt ihr auch einen Lieblingsladen in Treptow?

Mayte: Ja, die Bäckerei endorphina BACKKUNST. Sie liegt ganz versteckt in einem Hinterhof. Dort gibt es köstliches, selbstgemachtes Brot. Alles Bio, natürlich und manchmal veranstalten sie auch Food-Events. Ist richtig toll da.

Carmen: Ich bin ein großer Fan, des Bite Clubs in der Arena Halle. Im Sommer findet die Streetfood-Party alle zwei Wochen statt. Wir sind jedes Mal dabei! Dort gibt es einfach das beste Streetfood Berlins. Das Ambiente ist natürlich auch toll, direkt an der Spree im Grünen.

Carmen-und-Mayte

Was mögt ihr am liebsten an eurem Kiez?

Mayte: Nach Alt-Treptow zu ziehen, war ja nicht so ganz freiwillig, jedenfalls am Anfang (lacht). Eigentlich wollte ich in Neukölln wohnen, aber wir konnten keine passende Wohnung finden, deshalb sind wir hier gelandet. Heute würde ich nicht mehr tauschen wollen. Es ist nah am Geschehen – nur 5 min von Kreuzberg, Neukölln ist um die Ecke – aber, dennoch bin ich mitten im Grünen. Ich liebe den Kanal, den Treptower Park, die vielen Grünflächen. Außerdem habe ich die S-Bahn-Station Treptower Park direkt vor der Tür, besser kann es gar nicht sein.

Carmen: Ich wohne in Kreuzberg, nur Mayte wohnt in Alt-Treptow. Ich mag es in meinem Kiez aus den gleichen Gründen. Kreuzberg ist grün, die Nähe zum Wasser ist toll und es ist immer was los.

Hummus

Und Berlin liebt ihr, weil…

Carmen: Berlin ist eine ganz besondere Stadt, sogar einzigartig. Sie schafft es, eine angenehme Kleinstadtatmosphäre, mit allen Vorzügen einer Mega-Stadt zu vereinen. Da ich ein Kleinstadtkind bin, wollte ich nie in eine so große Stadt ziehen, aber Berlin hat es mir möglich gemacht. Für mich kommt keine andere Stadt in Europa in Frage.

Mayte: Außerdem ist sie eine der wenigen Großstädte, die man sich noch leisten kann (lacht). Aber das allein ist es natürlich nicht. In dieser Stadt passiert alles. Ich sage immer, wenn es hier nicht passiert, dann existiert es einfach nicht! Das Kleinstadtfeeling kann ich aber unterschreiben, am Ende ist Berlin auch nur ein Dorf (lacht)! Am meisten mag ich es, dass man sich hier nicht als Ausländer fühlt, sondern wie ein ganz natürlicher Teil der Stadt. Ja, ich denke dafür liebe ich Berlin. Das ist wunderbar.

Couscous-mit-mandeln

Hast du, Mayte, als ältere Berlinerin Carmen am Anfang ein paar Tipps geben können?

Mayte: Nein! Sie wusste schon alles und sogar noch viel besser, als ich (lacht)!

Carmen: Doch, doch! Du hast mir gezeigt, wie ich mit diesen ganzen Behörden fertig werde. Ohne deine Hilfe, wäre ich nie durch den bürokratischen Berlin-Dschungel gekommen.

Mayte: Stimmt (lacht)! Es ist auch wirklich schwer, da alleine durchzusteigen.

Lieben Dank, Mädels! Wir sind schon fast am Ende. Verratet ihr uns noch, wie euer persönliches 2017 aussieht? Gibt es noch einen Blog?

Mayte: Das nicht, aber wir werden unseren Blog ausbauen. Nächstes Jahr wollen wir geführte kulinarische Touren anbieten.

Carmen: Ja! Wir dachten an eine Alternative-, eine Bier- und eine ganz klassische Food-Tour. Wir hoffen, 2017, an den Start gehen zu können. Drückt uns die Daumen!

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Rezept

Rezept für ca. 4 Personen
Zubereitungszeit: ca. 40 min

Für den Schokoladenmandel-Brownie:

  • 1 Packung Schlagsahne
  • 100 gr Zucker
  • 125 gr Mandelmehl
  • 200 gr Schokolade
  • 4 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 1 reife Bio-Orange
  • Ein Schuss Likör 43

Zubereitung Schokoladenmandel-Brownie:

  1. Den Ofen auf 180°C vorwärmen. Die Schokolade mit der Schlagsahne im Wasserbad schmelzen.
  2. Eier aufschlagen und mit dem Zucker verrühren.
  3. Die geschmolzene Schoko-Sahne Mischung etwas abkühlen lassen und dann in die Eimasse unterrühren.
  4. Den Schuss Likör mit Orangenschalen vermischen und ebenfalls in die Kuchenmasse geben, Mandelmehl unterheben.
  5. Auf einem kleinen Blech 30 min im Ofen backen.

Deko: Rosinen und Nüsse nach Geschmack

Für den Avocado-Hummus-Dip:

  • 2 Kleine, reife Avocados
  • 1 Dose Kirchererbsen
  • 1 Esslöffel Sesampaste
  • Olivelöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Japanischer Chili-Mix
  • Saft einer halben Zitrone

Zubereitung Avocado-Hummus-Dip:

  1. Sesampaste, Olivenöl und die Kircherbsen im Mixer vermengen.
  2. Sobald die Masse schon gut vermixt ist, die zerdrückten Avocados und den Zironensaft hinzugeben und nochmal durchmischen.
  3. Salz, Pfeffer und die Gewürze dazugeben, in einer Schüssel mit Brot servieren und ein wenig Olivenöl auf das Ergebnis geben.

Für den mediterranen Couscous:

  • 1 Glas eingelegte rote Paprika
  • 2 Dosen Thunfisch
  • Qualitativ hochwertiger Ziegenkäse
  • Frischen Thymian
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl
  • Mandeln

Zubereitung mediterraner Couscous:

  1. Die eingelegte Paprika, den Thunfisch und den Ziegenkäse klein schneiden.
  2. Die Mandeln in der Pfanne mit etwas Olivenöl frittieren.
  3. 2/3 des Couscous auf einen großen Servierteller geben, den Thunfisch, die Paprika und den Ziegenkäse dazugeben, dann mit dem restlichen Couscous toppen und mit den frittierten Mandeln und dem frischen Thymian dekorieren und servieren.

GUTEN APPETIT!

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