Berlin kocht Pasta mit Erbenpesto und Parmesan

Kreuzkölln

Das gibt es heute

Dorit & Sandra laden uns heute für unsere Reihe Berlin kocht nach Kreuzkölln ein und kochen ein himmlisches Gericht: Pasta mit Erbenspesto und Parmesan.
>> Das Rezept findet ihr wie immer am Ende des Artikels.

Pasta mit Erbenpesto und Parmesan

Kreuz… was? Na, Kreuzkölln! Der Kiez liegt zwischen Kreuzberg und Neukölln und gilt aktuell als das In-Viertel in Berlin. Offiziell hat der Bezirk keinen Eigennamen, inoffiziell allerdings schon, denn Kreuzkölln hat sein ganz eigenes Flair. Wir sind heute auf dem Weg zum Maybachufer. Der Markt wird gerade abgeräumt, Sprachen aus allen Ländern rauschen uns um die Ohren, Obstkisten werden gestapelt, buntes Gemüse lugt aus großen Planen hervor. Menschen packen an, laden auf und nähern sich dem Feierabend. Rings um das Maybachufer sehen wir gemütliche Restaurants und Cafés mit Blick auf das von Altbauten gesäumte Ufer. Wir stiefeln an der legendären Ankerklause am Ufer des Landwehrkanals vorbei und nähern uns unserem Ziel.

Das Maybachufer.

Berlin kocht heute bei Sandra Nink und Dorit Bornkessel in Kreuzkölln. Sandra öffnet uns herzlich die Tür und führt uns in ihre Wohnung. Die Wohnung wird gerade renoviert, erklärt sie uns entschuldigend, doch wir finden die kahlen, gescheckten Wände irgendwie chic und typisch für Kreuzkölln.

Typisch Kreuzköllner Style.

In der Küche wird schon fleißig gewerkelt. Dorit wäscht gerade den Salat, als wir eintreten. Dorit ist 1977 in Gera geboren und lebt bereits seit 2004 in Berlin. Sandra wurde 1981 in Bonn geboren und kam im Jahre 2006 in die Hauptstadt. Beide haben Sozialpädagogik studiert und lernten sich bei der anschließenden Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und Systemische Einzel-, Paar- und Familientheraphie kennen und lieben. Es dauerte nicht lange, bis sie sich entschlossen, gemeinsam eine Selbstständigkeit anzugehen – so entstand frei.leben. Momentan nutzen die beiden Räume in einer Therapiegemeinschaft, doch das soll sich schon bald ändern. Die zwei Therapeutinnen erklären uns geduldig das Besondere an der Therapieform, die sie vertreten. Nach systemischem Verständnis ist der Mensch immer zugleich als biologisches und als soziales Wesen zu betrachten. Individuelle Symptome werden also als Ergebnis von Beziehungsmustern im Kontext der wichtigen Bezugspersonen gesehen. Die Therapie basiere, so die Expertinnen, auf dem aktuellen Leben des Betroffenen. Eine weniger große Rolle spiele dabei seine Vergangenheit.

Uns knurrt gegenwärtig vor allem der Magen, doch Dorit weiß dem Abhilfe zu leisten: Wir dürfen vorab ein wenig Naschen. Es gibt Pasta mit Erbsenpesto und Parmesan. Als Beilage wird Feldsalat mit frischen Granatapfelkernen und Schafskäse gereicht.

Dorit und Sandra bereiten für uns die Zutaten vor.

Unser Interview mit Dorit und Sandra

Hey Sandra und Dorit, was macht ihr gerade?

Sandra: Ich schwitze die Zwiebeln an. Gleich kommt noch Knoblauch hinzu und dann erst werden die Erbsen eingerührt. Das Ganze wird kurz und scharf angebraten, danach mit Wasser abgelöscht und dann muss man es einmal kurz aufkochen lassen, bevor es auf kleiner Flamme ein wenig weiter köchelt.

Dorit: Ich setzte indes das Nudelwasser auf. Danach werde ich mich an den Salat machen, vor allem der Granatapfel wird die Herausforderung dabei (lacht).

Uns läuft schon das Wasser im Mund zusammen! Warum ist das Gericht für euch besonders und gibt es vielleicht eine Geschichte dazu?

Sandra: Na, es ist schnell gemacht, hat eine tolle Farbe und noch dazu ist das Gericht so schön ungewöhnlich. Eigentlich sind ja Erbsen so simpel, aber durch das Pesto wird es kreativ und man erlebt den Geschmack irgendwie neu.

Gekommen bin ich darauf durch eine gute Freundin. Sie hat es für ein gemeinsames Essen zubereitet und es ging mir nicht mehr aus den Kopf (lacht). Ich glaube, sie hat es in einem Restaurant probiert und es auf gut Glück nachgekocht. Ist also alles mehr Pi mal Daumen, aber lecker ist allemal.

Dorit: Ich esse dieses Gericht das erste Mal heute und freu mich total drauf. Es riecht jedenfalls schon lecker!

Dorit und Sandra beim Kochen.

Kann man in Kreuzkölln gut Essen gehen? Gibt es vielleicht sogar typische Kreuzköllner Küche?

Sandra: Ja, unbedingt! Das Essen hier ist wirklich vielfältig. Baskisch, vietnamesisch, türkisch – es gibt nichts, was es nicht gibt.

Dorit: Und koreanisch! Peruanisch darf man auch nicht vergessen. Das Chicha in der Friedelstraße ist einer meiner liebsten Restaurants, wenn ich Lust auf peruanisch habe. Richtig leckeres Essen gibt’s da.

Sandra: Ich mag das Julini Bistro in der Pannierstraße besonders. Zwei nette Mädels führen ihn und bieten zum Beispiel leckeren selbstgemachten Kuchen an, ein typischer Kiezladen. Großartig! Charakteristisch am Kreuzköllner Essen ist vielleicht, dass es hier so viele deutsche Restaurants mit mediterranem Einschlag gibt. Wie das ehemalige Nansen. Klassische Gerichte werden experimentell mit südöstlichen Einflüssen aufbereitet. Und typisch ist natürlich auch die regionale, überwiegend frische Küche, die hier angeboten wird.

Nur das Beste für die Gäste.

Habt ihr einen Lieblingsladen in Kreuzkölln?

Sandra: Eigentlich ja das Restaurants Nansen, aber leider hat es vor Kurzem geschlossen. Das Il Casolare gehört aber auch zu meinen Favoriten. Vor allem mag ich diese schroffen, sizilianischen Kellner dort – mit denen ist erst mal nicht gut lachen, bis sie dann doch weich werden und am Ende sogar einen Absacker für alle springen lassen. Man muss nur wissen wie (lacht)!

Dorit: Ich mag das Café Jacques am Maybachufer. Ich liebe vor allem den Märchenteller, der hat von allem etwas. Die Vorspeisen sind eher orientalisch, während die Hauptspeisen einen mediterranen Einschlag haben. Das Beste von allem sozusagen. Sehr gute Weine haben die auch.

Sandra: Genau und der arabische Besitzer, der einen auf Klischee-Franzose macht, einfach köstlich (lacht)! Ich mag es da auch sehr.

Sandras Lieblingsrestaurant Il Casolare.

Was mögt ihr am liebsten an Eurem Kiez?

Sandra: Den Kanal. Es ist wirklich angenehm, mitten in der Stadt zu wohnen und dennoch so schöne Natur direkt vor der Tür zu wissen. Wenn ich am Kanal spazieren gehe, gibt mir das ein Gefühl von Erholung. Die kulturelle Vielfalt ist natürlich auch toll. Aber vor allem fasziniert mich der Wandel im Kiez. In den letzten 10 Jahren hat sich so vieles verändert, eigentlich fast alles. Das ist echt Wahnsinn, wie schnell das Leben hier ist. Der Zooladen in der Pannierstraße und das Pub Dunmore cave zum Beispiel sind einige der wenigen Läden, die den schnellen Wandel überlebt haben. Die Lage hier ist auch ideal.

Dorit:  Mir geht es ähnlich. Vor allem mag ich die Ruhe. Gerade in der Ecke, wo ich wohne, ist es besonders beschaulich, obwohl es nur 10 Gehminuten vom pulsierenden Leben entfernt ist. Man kann hier einfach beides haben. Den Stoffmarkt am Maybachufer liebe ich auch. Da gibt es detailverliebte, kreative Geschenkideen und total leckeres Essen. Von der Lage bin ich ebenfalls ein Fan. Wenn man raus ins Grüne will, ist es ganz einfach von hier wegzukommen. Einfach Fahrrad einpacken, easy mit der S-Bahn ins Berliner Umland und eine schöne Radtour machen!

Sogar der Parmsan wird frisch gerieben.

Und Berlin liebt ihr, weil…

Sandra: Ich mag die kulturellen Vorzüge der Großstadt. Theater, Konzerte – das Angebot ist riesengroß. Außerdem habe ich hier über die Jahre eine Familie aus Freunden gefunden, welche die Stadt viel kleiner machen, als sie ist.

Dorit: Ich wurde hier gut aufgenommen. Von Thüringen nach Berlin, das war schon eine Umstellung, aber die Großstadt hat es mir leicht gemacht. Die Freiheit, die Berlin mir gibt, mag ich am meisten.

Habt ihr als Alt-Kreuzköllner Insider-Tipps für Neu-Kreuzköllner?

Sandra: Die Kachelbar in der Weichselstraße. Das ist ein total unaufgeregter, kleiner Laden mit einem super süßen Besitzer. Salzstangen oder Erdnüsse stehen immer schon auf den Tischen bereit. Ein Relikt der alten Neuköllner Zeit sozusagen, sollte man sich unbedingt anschauen.

Dorit: Das Madonna vielleicht. Genau genommen liegt es ja in Kreuzberg, aber wenn man alte Kreuzberger Kneipenkultur erleben möchte, sollte man dort unbedingt vorbeischauen. Sie brauen ihr eigenes Bier und bieten eine schöne, entspannte Atmosphäre.

Lieben Dank, Mädels! Wir sind schon fast am Ende. Verratet ihr uns noch, wie euer persönliches Jahr 2017 aussieht? Kommt eine eigene Praxis?

Sandra: Oh ja! Eigene Therapieräume stehen fest auf dem Plan!

Dorit: Ja und die Anzahl der Therapien wollen wir auch ausweiten. Es macht total Freude und Spaß, Menschen in ihrem individuellen Prozess zu begleiten, gemeinsame Ziele zu erarbeiten. Diese besondere Therapieform erlaubt es uns und unseren Klienten mit mehr Leichtigkeit an die Probleme heranzugehen, als es bisher praktiziert wurde. Es macht einfach Spaß, deshalb wollen wir 2017 weiter wachsen.

Lecker, wir hauen jetzt rein!

Das Rezept

Rezept für ca. 4 Personen
Zubereitungszeit: ca. 20 min

Für die Pasta:

  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Packung tiefgefrorene Erbsen
  • ½ Becher Sahne
  • 1 Prise Salz und Pfeffer
  • Parmesan
  • 1 Zitrone

Für den Salat:

  • Feldsalat
  • 1 Granatapfel
  • Schafskäse
  • Olivenöl
  • Rotweinessig
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Die Zwiebel schneiden und in der Pfanne mit etwas Öl anschwitzen.
  2. Dann drei kleingehackte Knoblauchzehen dazugeben, kurz schwenken und die tiefgefrorenen Erbsen beifügen, mit etwas Wasser ablöschen und köcheln lassen.
  3. Im nächsten Schritt einen halben Becher Sahne einrühren und mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen. Im Anschluss wird alles püriert, Parmesan und die gepresste Zitrone nach eigenem Geschmack eingerührt und einen Schuss des Nudelwassers dazugegeben. Die Pasta al dente kochen, mit der Erbsenpesto vermengen und mit dem Salat servieren.

So sieht das Endprodukt aus.

GUTEN APPETIT!

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