Berlin kocht orientalischen Lauchstrudel bei Ina

Kreuzberg

Das gibt es heute

Heute sind wir im Gräfekiez bei Ina Uhrig zu Gast, die ihre gastronomische Expertise in ein köstliches multikulturelles Essen einfließen lässt: persisch-bremische Bolonnies, zu deutsch Lauchstrudel. In ihrer Kreuzberger Küche haben wir ihr beim Kochen über die Schulter geschaut.
>>Das Rezept findet ihr wie immer am Ende des Artikels.

Bolonnies - orientalischer Lauchstrudel

Der Graefe-Kiez erstreckt sich in Nord-Südrichtung ungefähr zwischen Landwehrkanal und Volkspark Hasenheide sowie dem Kottbusser Damm im Osten und dem Urbankrankenhaus im Westen. Der bunte Kiez ist lebendig und vor allem eins: multikulturell. Er präsentiert sich seinen Besuchern mit vielen Cafés, Restaurants und Bars, unterschiedlichsten Läden und tollen Einkaufsmöglichkeiten. Das gastronomische Angebot ist vielfältig, und im Sommer lässt es sich wunderbar draußen sitzen und dem Treiben auf den Straßen zuschauen. Die Nacht wird hier schnell zum Tag, und manch einer kann ein Liedchen davon singen.

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Kreuzberger Nächte sind lang. Unsere Gastgeberin kann da nur zustimmen, denn ihr Arbeitstag beginnt, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Berlin kocht heute bei der Gastro-Expertin Ina Uhrig im Gräfekiez. Das fröhliche Lachen unserer Wirtin entschädigt uns direkt für den anstrengenden Aufstieg, denn Ina lebt mit ihrem Freund über den Dächern Berlins. Sie wurde 1985 in Heidelberg geboren und wuchs in Mannheim auf, wo sie an der Universität Kommunikationsdesign studierte. In der Hauptstadt ist sie noch recht neu. Nach ihrem Studium zog es sie zunächst eine Weile nach Amsterdam, bevor sie Hamburg austestete und dann schließlich in Berlin landete. Für Berlin entschied sie sich dennoch ganz bewusst. Die 31-Jährige hat sich nämlich ganz und gar der Gastronomie verschrieben. Hinter der Theke fühlt sie sich zu Hause und möchte das für keinen Bürojob mehr missen. Ina träumt von ihrem eigenen Restaurant und arbeitet fleißig an der Realisierung ihrer beruflichen Idealvorstellung. Im Spätsommer 2015 kam sie nach Berlin, weil sie sich entschloss, eine Ausbildung, als Köchin zu machen. Die Hauptstadt schien ihr ideal für das Vorhaben, da Berlin eine kulinarische Vielfalt zu bieten habe, die es in anderen Städten Deutschlands so nicht gebe. Die Qualität und Mannigfaltigkeit der Lebensmittel in und rund um Berlin seien einzigartig, so unsere Gastgeberin. Außerdem findet Ina, dass Berlin bezüglich neuer Gastronomiekonzepte sehr viel mutiger sei, als beispielsweise Hamburg.

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Momentan arbeitet sie im Service eines hochgelobten Restaurants. Das Tulus Lotrek in der Fichtestraße 24 ist nicht nur ein gehobenes Lokal, es wird sogar in Fachkreisen als Aufsteiger des Jahres gehandelt. Ina liebt es, dort zu arbeiten. Zum einen lernt sie sehr viel, verbessert ihre Produktkenntnisse und bekommt einen Eindruck von wahrlich kreativer Küche. Für ihren eigenen Laden wird sie das später brauchen. Heute kocht sie zunächst einmal nur für uns: persisch-bremische Bolonnies.

Unser Interview mit Ina

Hey Ina, was machst du gerade?

Ich mörsere Koriandersaat und Kreuzkümmel für den orientalischenr Lauchstrudel, den ich heute für euch mache. Frisch gemörsert schmecken Gewürze intensiver. Bolonnies, heißt übrigens das Gericht und ist eine persisch-bremische Spezialität. Später wird der Blätterteig mit Ei bestrichen und kommt gefüllt mit dem Lauch in den Ofen. Dazu werde ich einen Joghurt-Dip mit Granatapfel und Nanaminze servieren. Geht schnell und ist ganz easy.

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Lecker, wir freuen uns schon darauf. Warum ist das Gericht für dich etwas Besonderes und gibt es vielleicht eine Geschichte dazu?

Na ja, das Gericht gibt es so eigentlich gar nicht (lacht). Die Familie meiner Freundin hat es erfunden. Ihre Mutter ist Perserin und der Vater kommt aus Bremen, da haben die beiden kulinarisch das Beste aus beiden Ländern zusammengewürfelt und es Bolonnies genannt. Zum Glück, denn ich mag es sehr. Es erinnert mich an meine Zeit in Hamburg. Mit meinen liebsten Freunden dort, habe ich es oft gekocht. Das waren lustige, lange Abende. Es ist einfach eine schöne Erinnerung. Abgesehen davon schmeckt es einfach fantastisch, hat noch keiner liegen lassen!

Kann man eigentlich gut in Kreuzberg Essen gehen? Gibt es vielleicht sogar typische Kreuzberger Küche?

Ein klares Ja! Türkisch und vietnamesisch zum Beispiel, in allen Variationen und Preisklassen. Besonders lecker ist es im Fes an der Hasenheide. Das ist ein türkischer BBQ mit offenem Feuer am Tisch und einem heißem Stein, der in die Tische eingelassen wurde. Und natürlich „mein“ Tulus Lotrek, aber darüber habe ich ja schon genug erzählt (lacht). Was ich auch empfehlen kann, ist das Felix in der Bergmannstraße. Die Schnitzel dort sind fantastisch. Das Millers in der Urbanstraße ist auch nicht zu verachten. Das Lokal hat eine kleine, feine Karte. Dort gibt es qualitativ hochwertige Produkte– sehr exklusiv und besonders lecker. Am liebsten esse ich aber auf dem Markt am Maybachufer. Ein spätes Frühstück im bunten Getöse am Samstag – unschlagbar.

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Hast du einen Lieblingsladen in Kreuzberg?

Alles ist hier toll. Mal abgesehen vom Maybachufer-Markt, mag ich besonders den Laden Himalaya am Hermannplatz. Dort gibt es Spezialitäten aus Nepal. Ach warte, das ist ja schon Neukölln… (lacht)

Was magst du am liebsten an Deinem Kiez?

Die kleinstädtische Atmosphäre. Das hört sich erst einmal komisch an, wenn man Berlin mit einem kleinstädtischen Charakter in Verbindung bringt. Aber in meinem Kiez ist das wirklich so. Man kennt sich einfach, läuft sich oft über den Weg und schnackt eine Weile. Außerdem ist die Lage toll. Es gibt viele verkehrsberuhigte Straßen, viele Fußgänger und mäßig Autos. Alles ist ruck zuck zu Fuß erreicht, das ist wirklich angenehm. Und, wenn es doch weiter weg gehen soll, wie z. B. am Wochenende auf die Thaiwiese nach Charlottenburg, dann nimmt man einfach die S-Bahn und ist im Handumdrehen vor Ort.

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Und Berlin liebst Du, weil…

… man hier alles haben kann. Vom ruhigen Spaziergang in der Hasenheide bis zum aufregenden Nachtleben. Außerdem liebe ich die Menschen in dieser Stadt. Man begegnet hier Leuten aus aller Herren Länder. Ich finde das total spannend. Voll mulitkulti, eben!

Hast du als Neu-Kreuzbergerin Insider-Tipps für andere Neuankömmling?

Zeitnah einen Termin beim Bürgeramt machen (lacht)! Ansonsten, viel spazieren, verrückte Läden entdecken – davon gibt es hier jede Menge – und einfach mit den Leuten quatschen.

Lieben Dank, Ina! Wir sind schon fast am Ende. Verrätst du uns noch, wie dein persönliches 2017 aussieht? Kommt vielleicht schon dein eigenes Restaurant?

Ja, tatsächlich. Mein eigenes Restaurant ist wirklich schon in Planung. Nächstes Jahr im August gehen die Umbauarbeiten los. Dann werde ich Berlin leider wieder verlassen müssen. Außerdem wollte ich noch ein Praktikum in einer Konditorei machen (lacht)!

Das Rezept

Rezept für vier Portionen:
Zubereitungszeit: ca. 30 min

Für die Bolonnies:
2 Packungen Blätterteig
3 Stangen Lauch
Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer
Geröstete Koriandersaat
1 Ei (Eigelb zum Bestreichen des Blätterteigs)

Für den Joghurt-Dip:
1 Packung Joghurt
Nanaminze getrocknet
1 Granatapfel
1 Prise Salz

Zubereitung:
1. Den Backofen auf 220° C Ober-/Unterhitze vorheizen, dazu die Packungsbeilage des Blätterteigs beachten.
2. Den Lauch säubern und in kleine Stücke schneiden. Den Blätterteig auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech ausbreiten und den geschnittenen Lauch in die Mitte geben. Den Blätterteig auf einer Seite mit Wasser oder Eigelb einstreichen. Den nicht eingestrichenen Teil des Blätterteigs über die Masse schlagen. Anschließend die andere Seite überschlagen und den Blätterteig somit zusammenkleben.
3. Das Blech mit dem Strudel in den Backofen geben, ca. 20 Minuten auf mittlerer Schiene goldbraun backen. Den Strudel aufschneiden und noch heiß servieren.

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GUTEN APPETIT!

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