Berlin kocht Rahm-Grünkohl mit Jessica von Berliner Küche

Gastbeitrag

Das gibt es heute

In unserer Reihe Berlin kocht besuchen wir Berliner in ihren Küchen und schauen ihnen beim Zubereiten ihrer Lieblingsspeisen über die Schulter. Heute zeigt uns Jessica von Berliner Küche in einem Gastbeitrag, wie man im bunten Friedrichshain leckeren Rahm-Grünkohl zubereitet. >>Das Rezept findet ihr am Ende des Artikels.

Rahm-Grünkohl mit knusprigen Topping

Ich bin Jessica, betreibe seit fünf Jahren den Food Blog Berliner Küche und lebe schon seit beinahe zehn Jahren in Friedrichshain – und dort hat meine Leidenschaft fürs Kochen auch ihren Anfang genommen.

Mit dem Umzug nach Berlin änderte sich nämlich nicht nur meine Adresse, sondern auch mein Speiseplan. Dank der unzähligen Cafés, Imbisse, Restaurants und Märkte habe ich immer mehr neue Gerichte und Zutaten kennengelernt, bis ich gar nicht mehr anders konnte, als diese Eindrücke auch zu Hause in meinen Kochalltag zu integrieren. Um all diese Experimente (und vor allem natürlich die gelungenen Ergebnisse!) festzuhalten, habe ich schließlich mit dem Bloggen begonnen. Und auch wenn meine Berliner Küche kaum etwas mit der traditionellen Berliner Küche gemeinsam hat, könnte der Name meiner Meinung nach nicht passender sein: Er steht für all die kulinarischen Einflüsse aus der ganzen Welt, die in der Stadt zusammentreffen, die Trends, die hier ankommen oder geboren werden und die zahlreichen Erzeugnisse aus der Region.

Vielfältiges Friedrichshain

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Für all das brauche ich nur einen Schritt vor die Tür zu gehen. Friedrichshain kann manchmal auch anstrengend sein, aber dafür bietet es eine unglaubliche Vielfalt – gerade, wenn es ums Essen geht. Nur wenige Meter hinter dem S-Bahnhof Warschauer Straße geht es schon mit den ersten veganen Restaurants, libanesischen Imbissen und Street Food Ständen los, von denen einige noch nie Geheimtipps waren und andere dafür auch nach all den Jahren noch nicht von den Touristen entdeckt wurden. Der Wochenmarkt am Boxhagener Platz gehört aber definitiv in die erste Kategorie. Er findet schon seit 1905 jeden Samstag dort statt und gehört damit zu den ältesten Märkten im Ostteil der Stadt: Mehr als genug Zeit also, um sich zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in Friedrichshain zu entwickeln! Auch ich statte ihm gerne und regelmäßig einen Besuch ab, schlendere entlang des Angebots frischer Lebensmittel und lasse mich von dem inspirieren, was die Saison gerade bereithält.

Saisonaler Marktspaziergang

03_berlinerkuecheDas macht im Sommer und Herbst natürlich am meisten Spaß, dann haben nämlich die meisten Obst- und Gemüsesorten Hochsaison. Vieles kommt dann von Erzeugern aus der Region und diese Frische schmeckt man. Aber auch im Winter gibt es Dinge, die ich nicht missen möchte und dazu gehören auf jeden Fall Kürbis und Grünkohl. Die Zubereitungsmöglichkeiten für Kürbis sind so vielfältig, dass ich nicht einmal weiß, wo ich mit dem Aufzählen beginnen soll: süß oder herzhaft, gekocht oder gebacken? Und auch bei Grünkohl gibt es so viel mehr Möglichkeiten als die klassische Variante mit Berliner Knacker oder Bregenwurst in Niedersachsen, wo ich herkomme. Die zarten Blätter schmecken lecker als Salat, man kann ihn zu Pesto verarbeiten oder sogar knusprige Chips daraus machen.

Rahm-Grünkohl mit knusprigem Topping

04_berlinerkuecheDieses Mal habe ich mich für eine sahnige Variante entschieden: Den blanchierten Grünkohl dünste ich zusammen mit Zwiebel und Knoblauch an, anschließend wird er mit Créme fraîche verfeinert. Obendrauf gibt es als Kontrast noch ein geröstetes Topping aus Pinienkernen, Parmesan und Panko (japanische Semmelbrösel, die im Vergleich zu normalen Semmelbröseln grobkörniger sind und besonders knusprig werden). Das Rezept funktioniert nicht nur als Beilage, sondern ist auch als Hauptgericht richtig lecker! Ich kombiniere es aber am liebsten noch mit einer cremigen Kürbispolenta, die auf der Berliner Küche zu finden ist: Kürbispolenta mit Parmesan.

Das Rezept

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Zutaten für 2 Portionen
Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten

Für den Grünkohl:

  • 400 g Grünkohl
  • 200 g Créme fraîche
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • 1 Schuss Olivenöl
  • Pfeffer, Salz

Für das Topping:

  • 50 g Pinienkerne
  • 25 g Parmesan
  • 25 g Panko (alternativ: Semmelbrösel)
  • Salz

Zubereitung

  1. Als erstes das Topping vorbereiten. Dafür den Parmesan fein reiben und mit Panko und Pinienkernen vermischen. In eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze anrösten, bis die Mischung eine goldbraune Farbe angenommen hat. Dabei immer wieder umrühren und aufpassen, dass nichts anbrennt.
  2. Für den Rahm-Grünkohl zunächst nur die gröbsten Stiele von den großen Blättern entfernen. Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen. Sobald es kocht, den Grünkohl darin für fünf Minuten blanchieren. Anschließend abgießen und kalt abschrecken. Die Blätter vorsichtig ausdrücken und in Streifen schneiden.
  3. Die Zwiebel würfeln und den Knoblauch fein hacken. Mit der Butter und dem Olivenöl in eine Pfanne geben und bei schwacher Hitze andünsten, bis die Zwiebeln glasig werden. Den Grünkohl dazugeben und ein paar Minuten mitdünsten. Anschließend die Créme fraîche unterrühren. Zum Servieren mit dem Topping bestreuen.

Ein kalter Wintertag mit wärmendem Grünkohl und Kürbis? Ich kann mir kaum etwas besseres vorstellen.

GUTEN APPETIT!


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Über Jessica

Mit ihrem Blog Berliner Küche belegte Jessica 2015 beim German Food Blog Contest den 3. Platz in der Kategorie „Rezept & Alltag“. Der Blog sammelt Rezepte aller Art, von deftigen Sandwiches bis süßen Kuchenkreationen. Toll in Szene gesetzt präsentiert sie die Endprodukte und zeigt, wie man sie ganz einfach nachkochen kann.

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