Berlin Tipps – Kulinarische Stadttour mit der Berliner Speisemeisterei

Gastbeitrag

Kulinarische Führung durch Berlin vom Food Blog Berliner Speisemeisterei

Berlin kann sehr groß und überfordernd sein: Das Angebot an Unternehmungsmöglichkeiten scheint minütlich zu wachsen und selbst wenn man seine gesamte Freizeit dafür aufwenden würde, alles abzuklappern, käme man trotzdem nicht hinterher. Damit ihr euch auf die wichtigen Dinge konzentrieren könnt, geben Insider in unserer Reihe Berlin Tipps Anregungen, wo ihr eure freien Stunden verbringen solltet.

Kulinarischer Schmelztigel Berlin - unterwegs mit der Berliner Speisemeisterei

Ich bin Steffen, 36, und ein klassischer Wahlberliner. Im Alter von 12 Jahren zog
es meine Familie und mich nach Berlin. Ohne diesen Umzug, muss ich sagen,
wäre ich wohl nie das geworden, was ich heute bin. Mein Geld verdiene ich als
stellvertretender Küchendirektor in einem Berliner Hotel und nebenbei schreibe
ich seit nun fast sieben Jahren an meinem Food Blog namens Berliner Speisemeisterei.
Ursprünglich komme ich aus Thüringen, genauer gesagt Meiningen. Dort ist
das Leben natürlich nicht mit dem Alltag einer Weltstadt, wie Berlin es eine ist,
zu vergleichen. Hier erhalte ich einen gänzlich anderen Blick auf die Dinge.
Dieser ist viel differenzierter. Wer dabei nicht lernt, mit den verschiedensten
Charakteren und Temperamenten umzugehen, wird es in solch einer pulsierenden
Stadt schwer haben.

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Berlin ist...

Denn Berlin ist vor allem eins: laut, weit, flach, verschieden, dreckig, frech, vorlaut,
zeitgemäß, launisch, schnell, Techno, sehenswert, arm, sexy, pulsierend,
weltoffen, pleite, farbenfroh, liebenswert, manchmal nicht auszuhalten, herzlich,
chaotisch, kommunikativ, selbstbewusst, ein kulinarischer Schmelztiegel,
voller Eigenleben, musikalisch, günstig und vieles vieles mehr und dabei immer
wieder neu.

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Gut und dennoch günstig

Großartig dabei ist neben dem Angebot auch das Erschwingliche daran. Die
meisten Angebote sind hier einfach mal bezahlbar. Die große Bandbreite und
die Menge des Angebotenen sorgen dafür, dass hier so ziemlich jeder Spaß im
finanziellen Rahmen bleibt. Das trifft eben auch auf das Angebot der Berliner
S-Bahn zu. Wer die Spreemetropole kulinarisch erobern möchte, braucht noch
nicht mal ein Auto, um durch die Bezirke zu kommen. Ein Tagesticket kostet
gerade einmal 7 Euro und bringt Dich überall hin. Ich habe mich mit André, einem
Kollegen meinerseits, heute auf solch eine Tour begeben, um den einen
oder anderen Tipp Euch für Euer nächstes „außer-Haus-Essen“ ans Herz zu
legen.

Berlin from Steffen Sinzinger on Vimeo.

Den ganzen Tag lang Frühstück at its best

Die erste Station ist wahrlich ein neuer gastronomischer Hotspot in Berlin und idealerweise nur mit einer vorherigen Reservierung zu betreten. Dieses Restaurant
heißt Benedict und hat sich das Frühstück zum Konzept gemacht. Ihr findet es in der Uhlandtstraße mit Nähe zum S-Bahnhof Zoologischer Garten.
Jeder, welcher am besten den ganzen Tag lang ein perfektes Frühstück frönen könnte, hat hier in der Zeit von 7 bis 23 Uhr die Möglichkeit. Dieses neue
Lokal ist mit dem Hotel Max Brown im gleichen Haus verbunden. Dessen Eröffnung steht recht bald an.

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Das beste Frühstück im Westen Berlins

Der ersten Station folgte nun der Lunch, welcher am S-Bahnhof Friedrichstraße
eingenommen wurde. Dort liegt neben so vielen anderen empfehlenswerten
Restaurants das Seaside. Hier gibt an einer einladenden Fischtheke
die Möglichkeit, sich seinen Fisch der Wahl selbst auszusuchen und von den
Köchen in der gläsernen Küche zubereiten zu lassen. André entschied sich neben
der Ingwerlimonade für einen Fischeintopf. Ich nahm die Paella mit Miesmuscheln.
Großartig und für insgesamt 30 Euro absolut preiswert.

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Kaffee ist eine Wissenschaft für sich

Als Kaffeeliebhaber kommt man in Berlin natürlich voll auf seine Kosten. Der
Klassiker schlechthin ist längst kein Geheimtipp mehr. Bei den Bonanza Coffee Heroes bekommt Ihr einfach den besten Kaffee der Stadt. Nach einem kleinen Fußmarsch vom S-Bahnhof Schönhauser Allee könnt Ihr Euch von
den absolut kompetenten Mitarbeitern sehr gut über die verschiedenen Kaffeesorten
und -techniken beraten lassen. Yumi Choi, Betreiberin des Kaffeestudios,
hat dies sogar beim Podcast von Tim Pritlove auf sehr ausführliche Art getan.

Handmade Coffee

Doch heute brauchten wir unseren Kaffee ja in der Nähe zum S-Bahnhof Friedrichstraße.
Dort kann man in Laufnähe zum The BARN gelangen. Hier steht
die Qualität absolut im Vordergrund. In der eigenen Rösterei werden nur Produkte
von bekannten und geprüften Bauern verarbeitet. Auch im Ausland sind
diese Jungs sehr umtriebig. So gibt es sie bereits in New York, Paris, London,
Dubai oder auch Japan. Mit diesem Store verbreiten sie nun schon seit sechs
Jahren ihre Philosophie des handgemachten Kaffees in Berlin.

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Kulinarische Datenverarbeitung mittels "Food Wall"

Weiter geht`s! Die nächste kulinarische Institution ist eine ganz besondere. Der
Berliner Unternehmer „Cookie“ Heinz Gindullis hat mit seiner sogenannten
Data Kitchen das Vorhaben ein Restaurant bei dem man nicht anstehen
muss, in die Tat umgesetzt. Zusammen mit SAP wurde hier direkt am S-Bahnhof
Hackeschen Markt ein Gastronomiekonzept mit einem recht ungewöhnlichen
Ansatz. Man bestellt und bezahlt das Gericht seiner Wahl bereits
vor dem Eintreffen über das Handy.
Dort wird es dann in der Küche vom Küchenchef Alexander Brosin und Team
zubereitet sowie anschließend in einem digitalisierten Automat namens „Food
Wall“ zu Abholung bereitgestellt. Öffnen kann die zugewiesene Box mit dem
Essen nur der jeweilige Besteller mit seinem mobilen Telefon. Danach kann
sich der Gast einen Platz im Restaurant aussuchen. Das Essen ist dabei hochwertig
als auch sehr kreativ. Alexander hat über vier Jahre beim einstigen Sternekoch
Michael Hoffmann gearbeitet und wurde von seinem hohen kulinarischen
Anspruch maßgeblich geprägt. Data Kitchen ist für Euch täglich von 9 bis
17 Uhr geöffnet. Ihr findet es in der Rosenthaler Straße.

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Mit der S-Bahn zum Ziel und zurück

Auch diese Tour durch Berlin hat irgendwann ein Ende gefunden. Mich begeistern
solche Erlebnisreisen in der Stadt immer wieder aufs Neue, da hier an jeder
Ecke unbekannte Konzepte wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Diversität
kennt dabei eine Grenzen. Ein zuverlässiger Transport in der S-Bahn ist für
mich dabei von großem Nutzen. So kann ich natürlich auch die alkoholhaltige
flüssige Nahrung genießen und komme in Berlin zu fast jeder Tageszeit an
mein Ziel.

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Über Steffen Sinzinger

Steffen-Sinzinger
Der Thüringer Steffen lebt und arbeitet seit 12 Jahren nach Berlin.

Er arbeitet als stellvertretender Küchendirektor in einem Hotel und schreibt nebenbei fleißig an seinem Blog Berliner Speisemeisterei, auf dem er Rezepte vorstellt, Kochbücher bewertet oder Geschichten von Berliner Chef-Köchen erzählt.

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