S-perience Brandenburg: Top 3 der Pilzsammel-Wälder

Einleitung

Cafébesuch, Parkspaziergang, eine Runde um den Flohmarkt – ein perfekter Sonntag in der Hauptstadt. Für alle, die das Programm jedoch schon auswendig kennen, haben wir einen alternativen Vorschlag jenseits der Stadtgrenzen: Pilzesammeln. Der Brandenburger Pilzexperte Mario Gohmert verrät, wo Hauptstädter rund um Berlin ihre Körbe füllen können.

Den guten alten Champignon kennen Hauptstädter in jedem Fall – zumindest aus dem Supermarkt. Pfifferlinge sind auch noch geläufig. Beim „Judasohr“ dagegen zucken schon die meisten mit den Schultern. Dabei sind dem braunen Mini-Gewächs die meisten schon einmal in einem asiatischen Restaurant begegnet – in der Suppe! Doch wenn es ums Selbstsammeln geht, sind die naturfernen Berliner in der Regel ratlos. Wachsen die hier überhaupt? Ein ganz klares „Ja!“ kommt von Mario Gohmert, geprüfter Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM), der Wissenschaft der Pilze. Er verrät Insider-Tipps zum Pilzesammeln rund um Berlin.

Vom Pfifferling bis Samtfußrübling: Kommt Zeit, kommt Lieblingspilz

„Sammelzeit ist 365 Tage im Jahr. Allerdings wachsen manche Sorten nur zu einer bestimmten Jahreszeit. Während Speisemorcheln etwa im Frühjahr sprießen, ist in den kalten Herbstmonaten eine gute Zeit, um Steinpilze oder Maronen zu finden“, sagt der Fachmann. Auch der ohrmuschelförmige Asia-Star „Judasohr“ schießt jetzt in den Brandenburger Wäldern aus dem Boden. Eine gute Anfängersorte, denn er hat keinen giftigen Doppelgänger. Deshalb hat ihn der DGfM zum Pilz des Jahres 2017 gewählt.

Wer nichts von Rampensäuen hält, kann zu Gohmerts geheimen Lieblingen greifen: „Ganz besonders schmackhafte Winterpilze sind meiner Meinung nach der Samtfußrübling und der Austernseidling. Ich brate sie immer mit Zwiebeln und Speck, eventuell noch Ei, das schmeckt herrlich.“ Weil ihnen eine heilende Wirkung zugesprochen wird, werden sie auch „Vitalpilze“ genannt. Um sie zu finden, müssen allerdings bereits die ersten Frostnächte vergangen sein, denn erst dann zeigen sich die Leckerbissen. Generell gilt: Wenn es über einen längeren Zeitraum feucht war, ist auch die Auslese gut. Ob morgens oder abends gepflückt wird, macht laut Gohmert keinen Unterschied. Einziges Risiko: Im Zweifelsfall pflückt die Konkurrenz die besten Stücke schon im Morgengrauen weg.

Drei Insider-Sammel-Spots in Brandenburg

Einen luftdurchlässigen Korb im Gepäck, ein scharfes Messer, ein paar Stullen in der Tasche und schon kann der Tagesausflug in den Wald losgehen. Hier sind drei Orte, die Pilzexperten wärmstens empfehlen:

  1. Zum nördlichen Sammelparadies Bernau mit der S2

Gerade für im Norden lebende Berliner eignet sich diese Ausflugsroute. Ab Gesundbrunnen bringt die S2 Sammelfreunde ohne Umsteigen in weniger als einer Dreiviertelstunde zum S-Bahnhof Bernau. Von dort aus geht es im Fußmarsch durch den Naturpark Barnim Richtung Liepnitzsee. Schon nach kurzer Zeit erreichen Besucher den Mischwald. Nun Ausschau halten nach „offenen“ Waldstücken, in denen kein hohes Gras wächst. Dort haben es Pilze besonders gern. Um Steinpilze zu finden, muss unter Fichten und Buchen Ausschau gehalten werden. Wer beim Durchkämmen der Wälder Durchhaltevermögen mitbringt, erreicht nach zehn Kilometern sogar noch das Liepnitz-Seeidyll für einen abschließenden Traumausblick.

  1. Mit leerem Korb hin, mit vollem Korb zurück: Per S1 nach Birkenwerder

Wer es gerne märchenhaft gruselig mag, setzt sich mit seinem Korb in die S1 und landet 24 Minuten später in einem weiteren Pilzpfannen-Paradies des Nordens. Von hier aus heißt es: Marsch, Marsch Richtung Briese, von wo aus verzaubernde Wanderwege durch die Moore und Wälder des Briesetals führen. Die feuchten Böden bieten vielen Speisepilzen perfekte Voraussetzungen zum Wachsen. Ausschau halten nach totem Laubholz: Hier mag es der Samtfußseidling besonders gern. Am ehesten werden Sammler fernab der Wanderwege fündig. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten: Hochsensible Moospflanzen bedecken hier den Waldboden – für sie sind Fußtritte tödlich.

  1. Mit der S3 vom Ostkreuz zur Sporen-Oase nach Erkner

Jetzt wird in die Pilze gefahren – diese Formulierung nutzen Experten tatsächlich. Bis zur Ankunft in Erkner haben Hauptstädter vom Ostkreuz aus 26 Minuten Zeit, um schon einmal von der Pilzpfanne zu träumen. Vom Bahnhof Erkner aus schlagen sich Abenteurer in den Mischwald Richtung Nordosten vor. Als kleines Highlight bietet sich der Aussichtsturm Woltersdorf an – mit wunderbarem Blick über die Baumwipfel über den Flakensee. Dabei aber nicht die eigentliche Mission vergessen: Sammeln. Bis das Körbchen voll ist. Wer Gohmerts Lieblinge, die Austernseidlinge, probieren möchte, sollte unter Buchen Ausschau halten. Gute Chancen auf das Judasohr haben Sammler dort, wo schwarzer Holunder wächst.

Der S-pickzettel für Pilz-Anfänger

Damit die Brandenburger Pilzpfanne auch wirklich gelingt, hier die wichtigsten Tipps vom Pilzexperten zum Nachlesen auf der S-Bahnfahrt:

  • Die beliebtesten Pilzsorten, die Brandenburg ab Herbst zu bieten hat: Judasohren, Samtfußrüblinge, Austernseidlinge, Stockschwämmchen, Parasole, Steinpilze und Maronen.
  • Die schmackhaften Gewächse können entweder mit einem scharfen Messer abgeschnitten oder aus der Erde gedreht werden.
  • Das gesammelte Gut sollte in durchlüfteten Körben transportiert werden. In luftdichten Plastiktüten etwa verdirbt es sehr schnell.
  • Ganz kleine Pilze sollten verschont werden, damit sie noch aussporen und sich vermehren können. (Für die nächste Pilzpfanne…)
  • In Naturschutzgebieten ist das Pflücken nicht gestattet.
  • In die Pfanne kommt nur, was zweifelsfrei als Speisepilz identifiziert werden kann. Die Unterscheidung zwischen Schlemmersorten und ihren giftigen Doppelgängern sollte Profis überlassen werden. Sonst können Steinpilze schnell mal mit Satansröhrlingen verwechselt werden. (Die Namen sind Programm)
  • Wer Hilfe bei der Bestimmung seiner Sorten braucht, dem stehen die freundlichen Pilzsachverständiger zur Stelle.
  • Wer selbst Pilzprofi werden möchte, kann Lehrwanderungen und Seminare besuchen.

Welche Pilze hast du schon einmal in Brandenburg gefunden?

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