Waidmannslust: Wundervolle Wandertour

Berlin ist manchmal wie ein Kleiderschrank voll mit nichts anzuziehen: Man ist ständig unterwegs und macht doch oft irgendwie das Gleiche. „Entlang der…“ ist ein buntes Sammelsurium an kleinen Kuriositäten und nicht ganz alltäglichen Aktivitäten in Berlin. Einfach, um mal wieder was Anderes zu unternehmen. Und das Beste für die Bequemlichkeit: alles ist erreichbar mit der S-Bahn und ein paar gesunden Fußschritten. Adé, chronische Langeweile :*

Entlang der S1 – Achtung Sie verlassen den Komfort-Ring

Waidmannslust. Wandertour. Klingt alles andere als wundervoll. Zugegebenermaßen geht es auch nicht um eine Wandertour, sondern eher um einen ausgedehnten Spaziergang. Aber hey, Wandern ist gerade cool und da kann man einen 4 stündigen Spaziergang über Stock, Stein und Steg auch mal Wandertour nennen. Laufen, spazieren, wandern, prominieren und flanieren haben ja irgendwie alle was mit vorwärts bewegen zu tun. So what: Wandertour in Waidmannslust!

Soooo weit ist’s gar nicht

Der größte Abturn für viele mag, neben der „sportlichen“ Aktivität selbst, wahrscheinlich der Ort und die Zeit sein, die man braucht, um dahin zu kommen. Man kann aber wirklich sagen, dass es klargeht. Vom Mittelpunkt der S-Bahn Karte braucht man mit der S1 ca. 30 Minuten bis nach Waidmannslust und die hält auch am S-Gesundbrunnen, wo irgendwie jeder aus Berlin immer und von überall gut hinkommt. Und auch die nicht-repräsentative „Studie“*, bei der ich random 13 S-Bahnhöfe rausgepickt habe, um zu schauen wie lange man bis nach S-Waidmannslust braucht, hat ergeben, dass man mit der S-Bahn von keinem der 13 S-Bahnhöfe länger als 1:04 h braucht. Allerdings muss man Umsteigen und hier ist mehr als zwei Mal umsteigen schon KO-Kriterium – aber hey, es lohnt sich. Für die Balance und so.

Davon abgesehen: Wer seine Zeit damit verbringt Samstagsnacht 3 Stunden in Clubschlangen zu stehen, hat ab jetzt kein Gegenargument mehr. Außerdem ist ein schöner, ausgedehnter Spaziergang, pardon eine Wandertour, das ideale Pendant zu dem Exzess, dem hier fast jeder ausgesetzt ist. Die einen feiern zu exzessiv, die anderen arbeiten zu exzessiv und dann soll es tatsächlich Menschen geben, denen es wegen exzessivem Nichtstun nicht so gut geht. Also: Ab in festes Schuhwerk und in die S1. Sie wird sowas ähnliches wie „Erlösung“ bringen – zumindest temporär.

Auf los geht’s los

Angekommen in Waidmannslust gibt es zwei Möglichkeiten. Nummer 1: Man spaziert direkt vom S-Bahnhof los und merkt, dass es in Waidmannslust zwar etwas grüner aber doch gar nicht so viel anders als innerhalb des Rings ist. Nummer 2: Man setzt sich in den Bus und fährt nochmal ca. 10 Minuten nach Alt-Lübars. Vorgeschlagene Touren gibt es hier  und hier. Empfehlenswert sind definitiv beide Touren, wobei Zweitere geeigneter für gemütliche Großstadtwanderer aka „ganz so viel laufen in der Natur muss dann doch nicht sein“-Menschen ist.

Grün auf Grün auf Grün

Der Tegeler Fließ, der sich in unmittelbarer Nähe vom S-Bahnhof Waidmannslust befindet, ist ein Bach mit insgesamt 30 Kilometern Verlauf. Die Landschaft drum herum gilt als eine der schönsten Naturlandschaften Berlins und ist eine Pracht in sämtlichen Grün-Nuancen. Viel Wasser, eine moorige Atmosphäre und viele Biotope sorgen dafür, dass man sich urplötzlich ganz weit weg fühlt. Was tagsüber wunderschön und verwunschen wirkt, könnte nachts allerdings der ideale Schauplatz für einen Horrorfilm sein – daher der Rat: Menschen mit schwachen Nerven, sollten lieber von Nachtwanderungen absehen. Es sei denn man sucht den Kick, der einem das Innerhalb-des-Rings-Berlin gerade nicht geben kann.

Über Stock, Stein und Steg – und durch die Pfütze

Aufgrund der moorigen Abschnitte auf der Route gibt es einen Steg, auf welchem man über den sumpfigen Boden flaniert. Das sieht nicht nur ziemlich nett aus, sondern gibt einem nochmal auf’s Neue das Gefühl als sei man weit weg von Berlin. Der Großteil der Route ist aber ein ganz normaler Schotterweg, der nach Regentagen allerdings an manchen Stellen überschwemmt ist. Hier gilt (je nach Wetterlage): nur Mut – Schuhe aus, Hose hochkrempeln und einfach durchmarschieren. Passiert ist uns nichts, außer dem erfrischenden Gefühl endlich mal etwas Anderes gemacht zu haben. Was allerdings durchaus erwähnenswert ist: blutrünstige Bestien aka Stechmücken. Hätten wir vorher gewusst was uns erwartet, hätten wir definitiv in Anti-Mückenspray investiert. Abgesehen davon kann man dort, am Rande von Berlin, einen wundervollen Tag verbringen und tut ganz nebenbei noch etwas für seine Gesundheit.

*Wen es tatsächlich interessiert, um welche 13 S-Bahnhöfe es sich handelt: S-Marzahn (52 Minuten), S-Blankenburg (25 Minuten), S-Rathaus Spandau (42 Minuten), S-Neukölln (40 Minuten), S-Erkner (1:04 h), S-Warschauer Straße (43 Minuten), S-Bellevue (35 Minuten), S-Grunewald (51 Minuten), S-Hermannstraße (38 Minuten), S-Südkreuz (37 Minuten), S-Westend (33 Minuten), S-Grünau (54 Minuten), S-Wartenberg (57 Minuten). Und wer sich jetzt noch fragt warum es 13 S-Bahnhöfe sind: Das ist genauso random ausgewählt wie die Bahnhöfe selbst.

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